Hinweis

Auf dieser Website habe ich meine Erfahrungen mit dem Erdgasauto Fiat Multipla BiPower beschrieben.

Dieses Auto bin ich von 2000 – 2010 gefahren.

Inzwischen habe ich dem Verbrennungsmotor als Antriebskonzept den Rücken gekehrt
und fahre seit November 2013 ein 100%-Elektroauto.

Lesen Sie meinen Blog über Elektromobilität im Alltag mit dem Elektroauto Renault ZOE.

Mit Erdgas fahren - Fiat Multipla Bipower

Kraftstoff-Vergleich - Problematik

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Was entlastet uns und unsere Umwelt in globaler Perspektive am Ende wirklich?

Je mehr man sich in die Thematik vertieft, desto mehr gerät man in die Gefahr, sich in unübersichtlichen und widersprüchlichen Informationsquellen und Aussagen zu verlieren. Wirtschaftliche Interessen und Glaubensfragen prallen häufig genug aufeinander. Zudem ist es schwierig bis unmöglich, die enorme Komplexität des energiewirtschaftlichen und umwelttechnischen Hintergrundes vollständig zu erfassen. Deshalb hier nur einige Denkanstöße:

Krebsrisiko Benzin

Schauen Sie beim nächsten Tanken mal auf das Kleingedruckte an den Zapfsäulen von Benzin oder Diesel: Kann Krebs erzeugen, steht da. Dem Einatmen der Dämpfe können Sie sich allerdings kaum entziehen. (Wäre es kein Benzin, sondern Asbest, müsste die Tankstelle sofort abgerissen werden.) Bei Erdgas und Biogas entfällt dieses Problem.

Kraftstoffpreise

Kraftstoffpreise sind weitgehend politisch festgelegt. Die Mineralölsteuer auf Erdgas ist in Deutschland bis zum Jahr 2018 begünstigt. Der im Vergleich zu Benzin geringere Anteil der Mineralölsteuer am Dieselpreis in Deutschland basiert auf z.T. überholungsbedürftigen Einschätzungen zur Klimarelevanz von Dieselabgasen.

Feinststäube

Dieselabgase (Ruß und andere lungengängige Feinststäube) sind hochgradig klimawirksam und gesundheitsgefährdend. Bei Dieselfahrzeugen muss mit technischem Aufwand (Feinstfilter) Abhilfe geschaffen werden. Bei der Verbrennung von Erdgas/Biogas entsteht hingegen erst gar kein Ruß.

Produktion und Transport

Bei der Gewinnung, der Produktion und dem Transport fossiler Brennstoffe wird die Umwelt in großem Ausmaß beeinträchtigt.

Dies gilt leider nicht nur für Erdöl und dessen Folge- und Nebenprodukte, sondern auch für Erdgas, bei dessen Gewinnung und Transport in maroden Pipelines enorme Mengen in die Atmosphäre entweichen.

Da Methan ein bis zu 30 Mal stärker als CO2 wirkendes Treibhausgas ist, ist ein Einsatz als Treib- und Heizstoff nur sinnvoll, wenn diese Mängel abgestellt werden.

Emissionen

Die Emissionen bei der Erdgasverbrennung am Einsatzort hingegen sind vorbildlich gering, hier schlägt Erdgas sämtliche anderen fossilen Brennstoffe um Längen: kein Ruß, kein Benzol und eine im Vergleich zu Benzin deutlich geringere CO2-Emission.

Doch diese lokal erzielbaren Verbesserungen werden ad absurdum geführt, wenn durch Transportverluste das Klima effektiv und um Größenordnungen stärker beeinträchtigt wird. Zu berücksichtigen ist jedoch auch, dass die Erdgastechnologie jetzt sofort verfügbar und einsatzbereit ist.

CO2-Bilanz

Bei nachhaltigem Wirtschaften sollte die CO2-Bilanz für Biodiesel einigermaßen ausgeglichen sein, d.h., was beim Verbrennen des Biodiesels an CO2 entsteht, wird von den zur Herstellung angebauten Pflanzen bei deren Wachstum wieder aus der Luft absorbiert.

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass für Anbau, Pflege, Ernte und Aufbereitung der Einsatz zusätzlicher Energie nötig ist, was die Gesamtbilanz dann doch wieder verschlechtert.

Durch den Anbau von Raps als Rohstoff für Biodiesel (RME) kommt es darüber hinaus zu Mehremissionen von Stickoxiden (N2O) über den Feldern (im Vergleich zu Brachen).

Biotreibstoffe und Hunger

Noch ein Beispiel für komplexe Zusammenhänge:
Wenn für die Herstellung von Biotreibstoffen energiereiche Nahrungsmittelpflanzen (z.B. Mais) eingesetzt werden, kommt es zu Lebensmittelverteuerung und Lebensmittelknappheit (geschieht aktuell in Lateinamerika und Afrika). Die Preise für diese Rohstoffe steigen und können von der Bevölkerung nicht mehr bezahlt werden. Die Folge ist Hunger! Menschen hungern, weil wir unsere Verbrennungsmotoren weiter billig betreiben wollen - das scheint mir ethisch in allerhöchstem Maß unvertretbar.

siehe auch: „Mehr Mais im Tank bedeutet mehr Hungernde“ (Zeit)

Biogas und Massentierhaltung

Biogasanlagen sind naturgemäß super-umweltfreundlich, denn sie wandeln Bio-Abfälle in einen klimaneutralen Energieträger um. Außerdem sind sie ethisch unproblematisch - oder?

Die Probleme beginnen, sobald sich große Energieanbieter für Biogas interessieren und in die massenhafte Errichtung von Biogasanlagen investieren. Das ist an sich sehr löblich, aber zum Betreiben einer sehr großen Zahl von Biogasanlagen sind auch sehr große Mengen Bioabfälle nötig.

Woher kommen besonders große Mengen Bioabfälle (Gülle, Dung)? Richtig, aus der Massentierhaltung. Da kann es gut sein, dass hier das Ei die Henne legt: Da baut man dann neue Massentierhaltungsanlagen in die Nähe von Biogasanlagen, um diese mit Rohstoffen zu versorgen... Dies scheint mir ebenfalls ethisch höchst problematisch.

Auch ist es energetisch unsinnig, denn der Energieaufwand für die Tierhaltung (Erzeugung von Fleisch) ist enorm: Die Produktion eines Kilogramms Rindfleisch belastet das Klima so stark wie 250 Kilometer Autofahrt. Dabei ist die Umweltbelastung, die beim Transport des Fleisches entsteht, noch nicht berücksichtigt (Quelle: Spiegel Online).

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